Der Start in die 8. Etappe

Berlin! Berlin! Wir wandern nach Berlin!

Das war das Motto unserer nun schon 8. Wandertour. Im Frühjahr sind wir bis Jüterbog gekommen und nun wollten wir in den Sommerferien genau da wieder ansetzen.

Unser Start war sehr entspannt. Am 25. Juni startete unser Zug um 08:37 in Gennweiler. Ungewohnt war nur, dass wir ganz alleine waren. Miao musste morgens schon früh arbeiten und Alia war bei den Großeltern. Umsteigen mussten wir in Homburg, Mannheim, Frankfurt und Leipzig. Um 16:20 sollten wir schon in Jüterbog sein.

Die Bahnfahrt war für Fabio eher langweilig und nur die Currywurst ist für ihn ein Höhepunkt, auf den er sich freut. Daneben macht ihn nur das WLAN glücklich. Ich selbst schaue gerne raus und tatsächlich fahren wir an vielen Orten vorbei, die wir uns erwandert hatten und ich denke an den entsprechenden Wandertag.

In Jüterbog deckten wir uns noch mit Getränken ein und gingen dann zur gleichen Pension, die wir auch zum Abschluss der 7. Etappe besucht hatten. Es war sogar das gleiche Zimmer.

Das Wetter war wieder prima und wir schauten uns noch ein wenig Jüterbog an. Den Ort hatten wir von der letzten Etappe noch in guter Erinnerung.  Im Biergarten der Tretzelstuben gönnten wir uns ein leckeres Essen und dann schauten wir noch ein wenig Fußball im Zimmer. Eigentlich schaltete Fabio immer zwischen "Big Bang Theory" und Fußball hin und her ...

Am nächsten Morgen hatten wir noch Zeit für ein längeres Frühstück und eine nette Unterhaltung mit Betti Krähe von unserer Pension.

Die Tagesetappe nach Luckenwalde war ja nicht sonderlich lange, was diesmal meine volle Absicht war. Ich wollte mehr Zeit neben der eigentlichen Wanderung haben und auch mehr Flexibilität bei den hohen Sommertemperaturen (... und schließlich war ja auch WM in Russland und zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch Hoffnung auf tolle Spiele).

Fabio war auch glücklich, denn nach längerer Zeit bekam er wieder ein Guthaben für sein Handy. Unser Weg führte durch Jüterbog in Richtung "Kloster Zinna". Es ging hier länger entlang der B101, die allerdings nicht stark befahren ist und auch einen abgetrennten Fußgängerstreifen hat. Schnell waren wir an dem Ort, der den Namen "Kloster Zinna" trägt. Vieles erinnerte mich an Oranienbaum.
Obwohl es noch recht früh war und wir erst 5 Kilometer gewandert waren, wurde Fabio von einem kleinen Geschäft angelockt, das ein großes Schild "Currywurst" hatte. Am Ende bestellte er aber einen Bienenstich und wir schauten uns den Ort etwas genauer an. Dann machten wir noch den Abstecher zum eigentlichen ehemaligen Zisterzienser-Kloster. Das Klostermuesum wollten wir aber nicht besuchen.

Vieles war kontrastreich. So gab es eine wunderschöne Villa und direkt gegenüber ein altes Werksgelände, das total verfallen war. Unser Weg führte nur auf schönen Pfaden durch den Naturpark "Nuthe Nieplitz". Wir redeten viel und so kamen wir schnell am frühen Nachmittag in Luckenwalde an.

Luckenwalde hat einen sehr starken Strukturwandel mitgemacht. Die einst starke Textil- und Hutindustrie ist eingebrochen und der Ort ist nicht so attraktiv wie z. B. Jüterbog. Im Nachhinein ärgerte es mich ein wenig, dass ich nicht noch einen Abstecher zur ehemaligen Hutfabrik gemacht habe. Das wäre kein großer Umweg gewesen und das Gebäude von Erich Mendelsohn ist ein Meilenstein der Industriearchitektur.

Statt dessen gingen wir den kürzesten Weg ins Stadtzentrum. Rund um die St. Johanniskirche und dem Marktturm wurden die Plätze aber schön gestaltet und bei einem Metzger bestellten wir uns einen Mittagstisch. Fabio war sehr begeistert von den Schürzen der Mitarbeiter "Fleisch ist mein Gemüse".

Wir schauten uns noch den Ort an und gingen dann zu unserer Pension, die etwas außerhalb des Zentrums lag. Nach einer längeren Pause sind wir dann nochmals in die Stadt gegangen und haben uns alles genauer angeschaut. Da Fabio keine Lust auf ein Museum hatte, schlenderten wir durch die Straßen und gingen am Abend noch zu einem Italiener.

Den ersten Wandertag hatten wir also geschafft.

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