Müllwandern

Was ist Müllwandern?

Es gibt ein schönes Zitat von Laozi (Laozi, chinesischer Philosoph, lebte im 6. Jahrhundert v. Chr.), das ich beim Wandern gerne beherzige:

„Gut geht, wer ohne Spuren geht.“

Nun ist es leider so, dass sich nicht jeder daran hält. Außerdem kannte Laozi noch kein Plastik und konnte sich nicht vorstellen, dass eine Plastikverpackung 5 Minuten genutzt wird und dann über Jahrhunderte Schaden in der Umwelt anrichtet und die Landschaft verschandelt.

Daher ist es nicht mehr ausreichend "ohne Spuren zu gehen" - man muss sich auch selbst bücken und den Weg besser hinterlassen, als man ihn selbst aufgefunden hat.

Schon als Kind konnte ich nicht verstehen, dass man so tut, als ob es noch viele Ersatzplaneten gibt. Als ich im ersten Schuljahr war, startete ich auch mit der ersten großen Waldaufräumaktion.

Müllwandern

Wanderer sind meist recht beharrlich und das trifft auch auf mich zu. So gehe ich regelmäßig und ganz gezielt mit Mülltüte und Handschuhen wandern. Als Wanderstrecke habe ich mir ein Stück unserer ersten Tagesetappe von Illingen nach Stettin ausgewählt. Hier aber nur das Stück zwischen Kilometer 4 und 8,3. Hin und zurück sind das also rund 8,6 Kilometer. Anfangs war schon nach 500 Metern die Mülltüte voll. Es gab Wochenenden, da haben wir 9 Säcke gesammelt.

Inzwischen (seit April 2018) können wir fast immer die gesamte Strecke mit einer Mülltüte gehen und diese wird derzeit auch nicht wieder voll.

Dort wo kein Müll ist, wird auch weniger Müll weggeworfen und vielleicht passiert auch etwas im Kopf der Menschen, wenn sie sehen, dass der Müll aufgesammelt wird.

Diese Strecke hat für mich eine besondere Bedeutung, denn sie war die erste Tagesetappe unserer Wanderung von Illingen nach Stettin und auf für dieses Projekt braucht man Beharrlichkeit, Geduld und Ausdauer. Ich weiß noch, dass ich nach dem ersten Tag ganz fest davon überzeugt war, dass mein Sohn es mit mir bis Stettin schafft. Nun denke ich, dass ich zumindest für eine Teilstrecke dieses Weges die Verantwortung übernehmen möchte.

Etwas anders sieht es in St. Ingbert aus. Auch in der Mittagspause drehe ich mit Mülltüte eine kleine Runde und sammel jeden Tag mindestens einen Sack. Da wird man zwar schief angeschaut, aber das ist ja egal. Als Eltern will man seinen Kindern schließlich vermitteln, dass man dem eigenen Gewissen folgen muss und nicht irgendwelchen Moden, Gruppenzwängen usw. Da sollte man selbst schiefe Blicke und dumme Kommentare aushalten können ...
Von Oktober 2017 bis März 2018 habe ich dort alleine schon über 1000 Glasflaschen eingesammelt und erst ganz langsam merke ich eine Verbesserung. Diesen Weg werde ich niemals sauber bekommen, aber vielleicht ändert sich ja doch bei dem ein oder andern Schüler etwas im Kopf, wenn er mich jeden Tag sieht und ich den Müll wegräume, den er fallengelassen hat.

Natürlich gibt es im Saarland viele andere Touren, die ich gerne gehe und dabei möchte ich den Weg immer besser hinterlassen, als ich ihn aufgefunden habe.

Ergebnisse vom Müllwandern zeige ich gerne in der Facebook-Gruppe: Wandern & Müll sammeln

Wandern & Müll sammeln

Gegen 2Go

Als leidenschaftlicher Wanderer bin ich für das Gehen, aber gegen 2Go! Weil das Thema zu wichtig ist und wir es nicht der Politik überlassen dürfen, bin ich auf der Suche nach Bäckereien, die konsequent KEIN 2Go anbieten. Diese sind auf einer Karte "Bäckerei becherfrei!" aufgeführt.

„Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen.“

(Johann Wolfgang von Goethe, deutscher Dichter, 1749 – 1832)

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