Müllwandern

Was ist Müllwandern?

Es gibt ein schönes Zitat von Laozi (Laozi, chinesischer Philosoph, lebte im 6. Jahrhundert v. Chr.), das ich beim Wandern gerne beherzige:

„Gut geht, wer ohne Spuren geht.“

Nun ist es leider so, dass sich nicht jeder daran hält. Außerdem kannte Laozi noch kein Plastik und konnte sich nicht vorstellen, dass eine Plastikverpackung 5 Minuten genutzt wird und dann über Jahrhunderte Schaden in der Umwelt anrichtet und die Landschaft verschandelt.

Daher ist es nicht mehr ausreichend “ohne Spuren zu gehen” – man muss sich auch selbst bücken und den Weg besser hinterlassen, als man ihn selbst aufgefunden hat.

Müllwandern

So gehe ich regelmäßig und ganz gezielt mit Mülltüte und Handschuhen wandern. Als Wanderstrecke habe ich mir ein Stück unserer ersten Tagesetappe von Illingen nach Stettin ausgewählt. Hier aber nur das Stück zwischen Kilometer 4 und 8,3. Hin und zurück sind das also rund 8,6 Kilometer. Anfangs war schon nach 500 Metern die Mülltüte voll. Es gab Wochenenden, da haben wir schon 9 Säcke gesammelt.

Inzwischen können wir fast immer die gesamte Strecke mit einer Mülltüte gehen (die dann aber wirklich voll ist).

Dort wo kein Müll ist, wird auch weniger Müll weggeworfen und vielleicht passiert auch etwas im Kopf der Menschen, wenn sie sehen, dass der Müll aufgesammelt wird.

Auch in der Mittagspause drehe ich mit Mülltüte eine kleine Runde und sammel jeden Tag mindestens einen Sack. Da wird man zwar schief angeschaut, aber das ist ja egal. Als Eltern will man seinen Kindern schließlich vermitteln, dass man dem eigenen Gewissen folgen muss und nicht irgendwelchen Moden, Gruppenzwängen usw. Da sollte man selbst schiefe Blicke und dumme Kommentare aushalten können …
Ergebnisse vom Müllwandern zeige ich gerne in der Facebook-Gruppe: Wandern & Müll sammeln

 

„Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen.“

(Johann Wolfgang von Goethe, deutscher Dichter, 1749 – 1832)

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