Von Bad Kösen nach Weißenfels

Am Morgen gab es Frühstück in der Pension. Anders als am Vortag waren wir diesmal nicht alleine. Es war da noch ein Paar, bei dem das Kind in Bad Kösen in Kur war. Das Kind hatte Probleme mit der Haut und auch mit dem Gewicht. Probleme, die die Eltern sichtlich auch belastet haben.
Umso mehr war ich dankbar, daß das Leben uns bisher so viel Glück geschenkt hat und wir hier durch unser Land wandern können.
An diesem Morgen war es etwas trüb, aber mindestens war es noch trocken. Unser Weg führte entlang der „Kleinen Saale“ war ganz leicht zu gehen.
Schon nach 3 Kilometern erreichten wir die Zisterzienserabtei Pforta. Das gesamte Anwesen ist sehr, sehr schön und so haben wir uns noch einige Gebäude angeschaut.
Unser Weg ging dann weiter entlang der Kleinen Saale, die parallel zur Saale verläuft. An zahlreichen Bäumen gab es Bißspuren von Bibern und zahlreiche Bäume wurden von ihnen gefällt. So hatten wir das noch nie gesehen.
Über Almrich ging es dann weiter in das wunderschöne Naumburg. Die Temperaturen waren so einladend, daß wir uns vor den Dom setzten und ein kleines Mittagessen nahmen. Anschließend ging es über den Marktplatz von Naumburg wieder in Richtung Saale. Die Strecke war einfach und entspannend. Hinter einem schöne Ausflugslokal kam mir noch der Gedanke, die Strecke zu ändern und mit der Fähre bei Schellsitz auf das nördliche Ufer überzusetzen.
Wir entschieden uns aber, auf unserer ursprünglichen Rute zu bleiben.
Fabio sprach viel über die Schule, über verschiedene Wünsche, die er noch hat und zwischendurch war die Tour nicht mehr ganz so harmonisch … und Fabio wäre am liebsten einen anderen Weg gegangen. Es gibt ein afrikanisches Sprichwort: "Zwar hat der Mensch zwei Beine, doch kann er nur einen Weg gehen." Bei einer Vater-Sohn-Wanderung gibt es zwar 4 Beine, aber auch hier bleibt nur der eine, gemeinsame Weg.
Zum Glück konnten wir uns aber zusammenreißen.
Offensichtlich kostet so ein Disput aber auch etwas Kraft, denn Fabio hatte keine Lust mehr auf die Burg Schönburg zu steigen. So gingen wir unterhalb weiter entlang der Saale um dann nach Osten in Richtung Leißling abzuknicken.
Der Weg war eigentlich nicht schwierig, aber er zog sich. Zumindest hatten wir gute Gespräche und hier und da auch mal ein Auge für einen Vogel und einen Käfer. Dann ging es durch Leißling. Jetzt dauerte es auch nicht mehr lange und wir kamen nach Weißenfels. Da wir aber an das andere Ufer der Saale mußten, hatten wir noch einen kleinen Weg vor uns.
Weißenfels hatte eindeutig schon bessere Tage hinter sich. Das merkt man an den Häusern, aber teilweise auch an den Menschen. Das Wetter wurde jetzt auch schlechter und so drückten wir auf das Tempo, um unsere Unterkunft zu erreichen. Die Pension liegt landschaftlich eigentlich in einer sehr schönen Ecke direkt an der Saale. Die Betreiber der Pension hatten hier viel Mut bewiesen und mit viel Herzblut eine Gewerbefläche in eine Pension zu verwandeln. Damit sind sie ein Pionier, denn viele Gebäude in dem Gewerbepark stehen leer und wirken verfallen. Unsere Gastgeber von der "Pension zur Saale" waren sehr nett und hilfsbereit und die Zimmer waren sehr modern und sauber. Fabio war gleich vom großen Fernseher begeistert. Da es draußen nun stärker regnete und Fabio recht müde war, legte er sich hin und ich besorgte noch ein paar Kleinigkeiten für einen gemütlichen Fernsehabend.
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