Von Weimar nach Apolda

Die Strecke Weimar Apolda ist mit 20 km relativ kurz und außerdem recht flach. Das war auch gut so, denn Fabios Fuß tat noch sehr weh. Am Morgen kam Fabio nicht ganz so leicht aus dem Bett. Nach dem Frühstück gingen wir los durch Weimar und unser erster Stop war eine Apotheke. Für Fabio kauften wir extra starke Blasenpflaster und für mich etwas gegen meine verstopften Nebenhöhlen. Weimar ist auch eine sehr schöne Stadt und das Wetter war wieder herrlich. Um ehrlich zu sein, kann ich zu Schiller und Goethe auch nicht so viel sagen, aber ich glaube, dass es in Thüringen und Sachsen-Anhalt kaum einen Ort gibt, der sich nicht mit diesen Persönlichkeiten in Verbindung bringt.
Goethe muss auch recht gut unterwegs gewesen sein, denn einige Wanderzitate sind ja von ihm:

"Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen."
"Berge sind stille Meister und machen schweigsame Schüler."
"Was ich nicht erlernt habe, das habe ich erwandert."

Beim Wandern kommt man in so einer Stadt natürlich zunächst nicht so recht von der Stelle, denn es gibt einfach viel zuviel zu sehen. Fabio meinte auch „Jetzt sind wir schon lange unterwegs, kommen aber nicht vom Fleck!“. Das wurde dann besser, als es entlang der Ilm ging. Der Weg ist hier flach und die Bäume sorgen schon für etwas Schatten. Für Fabio war es aber mit der Blase an der Ferse schon ein wenig Quälerei und so machten wir eine „Notoperation“. Wir stachen die Blase auf und ließen die Wundflüssigkeit raus. Dann kam ein neues Blasenpflaster drauf. Das war zwar auch noch schmerzhaft, aber der Druck war weg.
Nach 5 km kamen wir zu dem Weimarer Vorort Tiefurt. Hier macht die Ilm einen Bogen und bildet eine wunderschöne Parklandschaft.
Anschließend ging es durch die Orte Kleinkromsdorf und Denstedt. Auch wenn wir noch keine 10 km gegangen waren, waren wir nicht sonderlich schwungvoll unterwegs. Eine Polizeikontrolle in Denstedt meinte dann auch augenzwinkernd, dass wir gerade noch unter der erlaubten Geschwindigkeit sind.
In Oßmannstedt versprach ich Fabio, dass wir eine Mittagspause machen, aber da gab es leider auch kein Geschäft. Mindestens machten wir es uns auf einer Bank bequem und eine kurze Pause.
Das Wielandgut in Oßmannstedt besuchten wir nicht.
Von Oßmannstedt ging es dann einige Kilometer über Felder. Auffallend waren hier die zahlreichen Rotmilane, die sich in der Luft spektakuläre Revierkämpfe lieferten. In dieser Gegend sind Rotmilane die dominierenden Greifvögel. Außerdem haben wir schöne Hornissen gesehen. Die Strecke war recht angenehm zu gehen, aber irgendwann wurde es dann für Fabio doch auch lang.
Gut dass wir dann schon Oberroßla erreichten und dies bereits ein Ortsteil von Apolda war.
Es ging jetzt aber noch ein gutes Stück entlang der Bahnlinie, bis wir wirklich Apolda erreichten.
Im Vergleich zu Weimar ist Apolda vergleichsweise unspektakulär. Hier gibt es schon einige leerstehende Häuser und es fehlen die schönen Plätze und Höfe.
Sehr nett ist aber der Markt von Apolda. Obwohl es jetzt schon merklich abkühlte, setzten wir uns draußen auf den Platz und genossen noch eine kleine Erfrischung.
Von dort gingen wir dann langsam in Richtung unserer Unterkunft, das Gasthaus „Zum Schlachthof
Nach einer kleinen Pause zum Entspannen gingen wir dann ins originell eingerichtete Gasthaus. Die Speisekarte war passend zum Namen und Fabio konnte der Versuchung der Grillplatte nicht widerstehen. Der Gastwirt Herr Hasenbein interessierte sich sehr für unsere Wanderung und wir plauderten noch ein wenig.
Wieder hatten wir eine schöne und abwechslungsreiche Strecke geschafft.

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