Tolles Wetter, tolle Landschaft und ein Sandsturm

In unserer Pension hatten wir ein tolles Frühstück und Fabio hat auch ordentlich zugelangt. Mit einer Angestellten des Hauses sprachen wir noch über unsere Wanderung und auch über Bernau. Als Wohnort ist Bernau sehr beliebt, da man mit der S-Bahn auch relativ schnell in Berlin ist. Bei der Rückfahrt konnten wir uns davon übrigens überzeugen.
Im nahegelegenen Markt haben wir uns dann noch mit Wasser eingedeckt und sind dann losgegangen. Fabio ist mir ein einigem Abstand gefolgt, denn ich hatte noch Unterwäsche und Socken außen am Rucksack befestigt, damit diese in der Sonne und im Wind noch trocknen können. Fabio meinte, dass wir so nicht unbeabsichtigt etwas verlieren können. Ihm war das mit den Socken und der Unterwäsche wohl aber auch etwas zu peinlich.
Wir kamen ganz gut voran. Das Wetter war wieder herrlich und die Landschaft sehr schön. Gleich hinter Ladeburg ging es über Pfade und kleine Wege durch den Wald.
Eine erste kleine Pause machten wir in dem wunderschönen Ort Lobetal. Lobetal wurde im Jahr 1905 von Pastor Friedrich von Bodelschwingh auf einem gepachteten Gut als Arbeiterkolonie gegründet, um dem Elend der Obdachlosen und Arbeitslosen in Berlin zu begegnen. Bei der Wanderung wussten wir noch nicht, dass nach dem Fall der Mauer Erich Honecker und seine Frau Margot von Ende Januar 1990 bis Anfang April in Lobetaler Unterschlupf fanden und dass von einem Bunker („Koralle“) in der Nähe von Lobetal die deutsche U-Boot-Flotte im Zweiten Weltkrieg befehligt wurde.
Von Lobetal ging es vorbei am Mechesee und durch eine wunderschöne Landschaft in der sich Wald, Wiesen und Feuchtgebiete abwechselten. Am Hellsee machten wir dann erneut eine Pause. Fabio konnte sich langsam auch daran gewöhnen, dass Pausen richtig genutzt werden müssen. Also lag jeder auf eine Bank, um den Rücken zu entspannen und immer wieder massierten wir uns die Füße.
Hinter dem Hellsee ging es an einem Waldbach entlang – dem Hellmühler Fließ. Hinter dem „Schweinebuchtenberge“ wurde die Landschaft wieder offener und da erlebten wir etwas sehr ungewöhnliches – einen kleinen Sandsturm. Es war schon die ganzen Tage sehr windig und der Boden war spürbar ausgetrocknet, aber mit einer solchen Wolke aus Staub hatten wir nicht gerechnet. Wir beeilten uns, um nicht ins Zentrum der Wolke zu gelangen und hatten mit dem Wind auch etwas Glück. Dann erreichten wir Bliesenthal. Wir lagen ganz gut in der Zeit auch wenn wir unser Ziel vor 16:00 erreichen mussten. Da Fabio jetzt doch wieder hungrig war, durfte es sich einen Döner bestellen und ich gönnte mir eine Tasse Kaffee. Der Wind wurde hier plötzlich sehr heftig und hätte mir fast den Kaffee aus der Tasse geweht. In einem Ededa-Markt kauften wir uns im Anschluss noch etwas Proviant und gingen dann weiter. Obwohl es nun eigentlich nicht mehr weit war, wurde der Rest der Strecke schwieriger, denn wir hatten extrem starken Gegenwind und es lag auch viel Staub in der Luft. Das wurde erst besser, als wir vor Melchow ein Waldstück erreichten, was den Wind bremste. Natürlich schauten wir genau, ob es auch keine Gefahr von Windbruch gab, aber der Bereich war bereits durch vorgelagerten Wald gut geschützt. In Melchow angekommen, war Fabio doch müde. Wir hatten ein Zimmer im Gemeindehaus gemietet, was wirklich sehr günstig war. Im Ort wollten wie noch etwas Essen gehen, aber tatsächlich hatte das einzige Gasthaus nicht geöffnet. Es gab aber einen Bäcker, der noch offen war und dort kauften wir uns Zwiebelbrötchen.
In unserem Zimmer machten wir uns damit einen ruhigen Fernsehabend mit 007 „For your eyes only“. Fabio ist noch vor dem Ende des Films eingeschlafen und so beendete auch ich diesen abwechslungsreichen Wandertag.