WCD 2025: Hoffnung beginnt mit Handeln

Wenn ich an die vergangenen Jahre zurückdenke, werde ich durchaus ein wenig wehmütig. Zum World Cleanup Day konnten wir in Illingen zeitweise zwischen 50 und 100 Menschen mobilisieren. Davon sind wir heute leider weit entfernt.

Wir leben in einer Zeit, in der viele Menschen Probleme zwar erkennen, sich aber zunehmend machtlos fühlen und seltener an Lösungen mitarbeiten. Gerade am Weltkindertag, der am 20. September begangen wird, ist das eine ernüchternde Botschaft für die kommende Generation.

Verantwortung für die Zukunft übernehmen

Einigkeit scheint derzeit vor allem darin zu bestehen, dass unsere Kinder und Enkel die finanziellen Folgen heutiger Entscheidungen tragen werden. Gleichzeitig fehlen oft die Diskussionen über wirkungsvolle Maßnahmen, die Ressourcen schonen und nachhaltige Veränderungen ermöglichen könnten.

Dabei gibt es zahlreiche Ideen, wie sich fossile Brennstoffe wirksam einsparen ließen. Ein Sonntagsfahrverbot für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren wäre ein Beispiel. In anderen Ländern dürfen bestimmte Fahrstreifen nur von Fahrzeugen genutzt werden, die mit mehreren Personen besetzt sind. Lösungsansätze gibt es viele. Doch über viele davon wird in Deutschland kaum gesprochen.

Weltkindertag und die Frage nach der Hoffnung

Soweit mir bekannt ist, gab es zum Weltkindertag im Saarland kaum öffentliche Veranstaltungen und auch in den Medien spielte der Tag nur eine untergeordnete Rolle. Umso wichtiger sind Aktionen wie der World Cleanup Day oder der Parking Day. Sie zeigen Kindern und Jugendlichen, dass eine positive Zukunft möglich ist, wenn Menschen aktiv werden.

Genau deshalb engagiere ich mich beim World Cleanup Day. Ich wünsche mir für meine Kinder eine lebenswerte und hoffnungsvolle Zukunft.

Eigentlich begann mein Beitrag zum diesjährigen World Cleanup Day bereits am 10. September mit meinem Vortrag „Abfall ist kein Zufall“. Er war gewissermaßen der Auftakt zu den anschließenden Aktionen.

Cleanup mit SAP in St. Ingbert

Am 18. September durfte ich gemeinsam mit der SAP in St. Ingbert eine CSR-Aktion organisieren. CSR steht für Corporate Social Responsibility und beschreibt das gesellschaftliche Engagement von Unternehmen.

Zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen führten wir ein Cleanup rund um den Firmencampus durch. Dabei wurde einmal mehr deutlich, dass es Probleme gibt, die sich nicht durch künstliche Intelligenz lösen lassen, sondern schlicht dadurch, dass Menschen anpacken und Müll aufheben.

CSR-Aktion in St. Ingbert

CSR-Aktion in St. Ingbert

Interessanterweise kommt auch die KI zu diesem Schluss. Gleichzeitig ist darin eine hoffnungsvolle Botschaft enthalten: Würde die gesamte Menschheit gemeinsam Müll sammeln, ließe sich ein großer Teil des aufsammelbaren Makroplastiks in vergleichsweise kurzer Zeit beseitigen. Beim Mikroplastik sieht die Situation leider deutlich schwieriger aus. Gerade deshalb ist es so wichtig, jetzt aktiv zu werden und weitere Verschmutzung zu verhindern.

Unterwegs zwischen Hosterhof und Wustweiler

Am Samstag ging es dann auf die Strecke zwischen Hosterhof und Wustweiler. Diesmal waren nur Claudia und ich unterwegs. Dennoch hatten wir viel Spaß und konnten zahlreiche Abfälle einsammeln.

 

Den gesammelten Müll stellten wir anschließend neben der Mitfahrbank ab. So wurde diese ausnahmsweise einmal besonders gut sichtbar. 😉

Der eigentliche World Cleanup Day

Am Sonntag, dem eigentlichen World Cleanup Day, führte unser Weg erneut auf die Strecke zwischen Illingen und Uchtelfangen.

Wie so oft erwies sich dieser Abschnitt als besonders „ergiebig“. Entsprechend groß war die Menge an Müll, die wir einsammeln konnten. Gleichzeitig war die Aktion körperlich durchaus anspruchsvoll.

Hoffnung ist eine Entscheidung

Mir ist wichtig, dass am Weltkindertag nicht nur über Probleme gesprochen wird, sondern auch ein Zeichen der Hoffnung gesetzt wird. Jede eingesammelte Flasche, jede entfernte Verpackung und jede engagierte Stunde zeigt: Veränderung ist möglich.

Dabei müssen wir uns auch ehrlich fragen, ob wir als Erwachsene tatsächlich immer im Interesse unserer Kinder handeln. Wer Verantwortung für die nächste Generation übernehmen möchte, muss nicht nur an die Gegenwart denken, sondern auch an die langfristigen Folgen seines Handelns und seiner politischen Entscheidungen.

Vor diesem Hintergrund betrachte ich die Wahlergebnisse in Mecklenburg-Vorpommern mit großer Sorge. Wenn eine Partei wie die AfD, die immer wieder durch rassistische Äußerungen und eine Politik der Ausgrenzung auffällt, breite Zustimmung erhält, dann sendet das aus meiner Sicht kein gutes Signal an die nächste Generation. Eine positive Zukunft entsteht nicht durch Spaltung, sondern durch die gemeinsame Suche nach Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit.

Gerade am Weltkindertag sollten wir uns deshalb bewusst machen: Unsere Kinder lernen nicht aus unseren Sonntagsreden, sondern aus dem, was wir täglich tun, wofür wir uns einsetzen und welche Werte wir ihnen vorleben.

Der World Cleanup Day ist für mich deshalb weit mehr als eine Müllsammelaktion. Er ist ein Symbol dafür, dass wir unsere Zukunft selbst mitgestalten können – Schritt für Schritt und Stück für Stück.