Wenn man Strohwitwer ist und dann auch noch überraschend einen Urlaubstag für sich nutzen kann, dann kommt man schon mal auf dumme Gedanken. Ich hatte die Möglichkeit, in einer Jugendherberge zu übernachten und eine Wanderung drumherum zu planen. Die Wahl ist dann auf die Jugendherberge Neustadt an der Weinstraße gefallen. So konnte ich einen 50 Euro Gutschein für die Jugendherberge sinnvoll einlösen und Neustadt ist auch mit der Bahn noch einigermaßen gut erreichbar. Ich bin früh in Illingen gestartet und hatte noch eine kurze Frühstückspause am Bahnhof Homburg. Um 9:00 Uhr war ich dann in Neustadt an der Weinstraße und mein Plan war vielleicht etwas übermütig. Ich wollte zuerst die 4. Etappe des Pfälzer Weinsteigs in umgekehrter Richtung gehen und dann direkt auch noch die 3. Etappe machen.

Um es gleich zu sagen: Man kann das schaffen. Allerdings wollte ich am folgenden Tag auch noch die 5. Etappe schaffen, aber daran war nicht mehr zu denken, denn auf den letzten Kilometern hatte ich mir die Verse blutig aufgescheuert.

Der Start ab Neustadt war gleich anstrengend und richtig schön. Von Neustadt ging es immer weiter nach oben durch Kastanienwälder zur Burgruine Wolfsburg. Es ging nun immer weiter nach oben und beim Weinbietturm dachte ich mir schon, dass ich das so wie geplant nicht schaffen könnte. Dann sah ich aber, dass es von nun an für diese Etappe fast nur noch bergab ging. Bergab ging es auch mit dem Wald, denn der Hitzesommer 2027 sorgt für zahlreiche vertrocknete Bäume, von denen die allermeiste mit großer Sicherheit tatsächlich abgestorben sind.

Zumindest für mich gab es aber wieder Wasser, denn im Jagdhaus Looganlage konnte ich Essen und füllte auch meine Wasservorräte neu auf.

Bis Deidesheim war es jetzt nicht mehr anstrengend und so ging es direkt weiter mit der 3. Etappe nach Bad Dürkheim. Der gesamte Weinsteig ist wirklich ein wunderschöner Wanderweg, der auch sehr gut ausgeschildert ist. Mit der 3. Etappe kamen nun aber wieder einige steile Aufstiege mit hinzu und die Beine wurden mit der Zeit schwer. Auch wurde es noch heißer und an einigen Stellen gab es wenig Schatten. Das hatte ich auch gespürt und musste eine Zwangspause machen, um den Körper runterzukühlen. Es ging aber nun weiter, aber leider gab es jetzt keine weitere Gelegenheit, Wasser zu trinken. So konnte ich die vielen tollen Aussichtspunkte nur eingeschränkt genießen. Bis Bad Dürkheim war es nicht mehr so weit und ich versuchte mich auch zu beeilen, um den Zug um 17:07 nach Neustadt noch zu bekommen. Pünktlich hatte ich es noch bis zum Bahnhof geschafft und sogleich kam die Durchsage, dass der Zug ausfällt.

So ging es erst eine halbe Stunde später nach Neustadt und von dort war der Weg zur Jugendherberge wirklich anstrengend. Immerhin waren es schon über 45 km in den Beinen. Am Abend konnte ich aber die tolle sommerliche Atmosphäre in der Stadt genießen und endlich sagen: „Zum Wohl, die Pfalz!“